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Hochhausentwicklung in Düsseldorf
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Auf der Grundlage eines Beschlusses des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung erarbeitete das Stadtplanungsamt einen Rahmenplan zur Hochhausentwicklung in Düsseldorf, der am 26. November 2003 als Entwurf in den Ausschuss eingebracht und am 14. Januar 2004 mehrheitlich beschlossen wurde.
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Heutiger Hochhausbestand und geplante Hochhausstandorte
Als Hochhäuser werden nach der Landesbauordnung Gebäude bezeichnet, in denen der Fußboden mindestens eines Aufenthaltraumes mehr als 22 m über der natürlichen Geländeoberfläche liegt. Hochhäuser werden meist als Bürohäuser, aber auch als Hotels, Wohnhäuser und auch Krankenhäuser oder mit gemischter Nutzung errichtet und sowohl zur vorwiegenden Eigennutzung als auch als Mietobjekte gebaut. Nachfolgend wird der Hochhausbestand betrachtet, dessen Gebäudehöhen ab 45 m über Baugrund enthält. In Düsseldorf gibt es 27 Hochhäuser, die eine Höhe über Grund von über 45 m aufweisen. Das höchste Hochhaus ist mit 124 m das ARAG-Hochhaus, rund zwei Meter höher als die Landes Versicherungs Anstalt (LVA). Zur Zeit gibt es Planungsabsichten für weitere 12 Hochhäuser.
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Die Erfindung des Fahrstuhles durch Otis, die Entwicklung der Stahlbau- und Feuerschutztechnik waren die Voraussetzung für die in den USA Ende des 19. Jahrhunderts einsetzende Hochhausentwicklung. Dort entstand in den meisten Städten im "Central Business District (CBD)", also dem Stadtzentrum, schon ab den 20er Jahren bis heute eine dichtgedrängte Hochhauskulisse.
In den europäischen Städten entwickelten sich Hochhäuser außerhalb der überkommenen historischen Stadtzenten bis in die 60er Jahre vereinzelt und dispers. In vielen Städten setzte erst in den 60er Jahren eine verstärkte Bautätigkeit von Hochhäusern ein, die eher von einer dezentralen und dispersen Standortentwicklung geprägt war. In diesen Städten ist der historische Stadtkern frei von einer Hochhausbebauung geblieben. Städte wie z.B. München, Hamburg, Mailand, Rom u.a. haben spezielle Gestaltungsprinzipien, die der Erhaltung und Sicherung der "Stadtkrone" dienen. Berlin hat eine generelle Orientierung auf die sog. "Berliner Bauhöhe" (22 m), die eine Hochhausentwicklung nur vereinzelt zulässt. Köln entwickelt ein Netz von auf den Dom bezogene Sichtachsen, die von Hochhausbebauungen freigehalten werden müssen. Düsseldorf entwickelte 1994 ein Konzept, das Bauhöhenbeschränkungen im historischen Stadtkern, an der Königsallee sowie an dem Hofgartenrand und in den historischen Stadtzeilzentren und an dem Rheinuferbereichen Oberkassels vorsieht, mit gleichzeitigen Verdichtungs- und Konzentrationsmöglichkeiten an S-Bahnhöfen. Selbst in den europäischen Megalopolen Paris und London vollzieht sich die Hochhausentwicklung außerhalb des Stadtkerns (La Defense, Canary Wharf - Docklands). Auch in Frankfurt, der deutschen Stadt, in der sich eine Hochhausentwicklung am deutlichsten durchgesetzt hat, vollzog und vollzieht sich diese außerhalb, wenn auch in direkter Beeinflussung, des historischen Stadtkerns.

Hochhausentwicklung in Düsseldorf
Der Beginn einer Hochhausentwicklung fällt in Düsseldorf bereits in die zwanziger Jahre. Eines der ersten Bürohochhäuser in Deutschland wurde 1922/23 von dem Architekten Wilhelm Kreis in Düsseldorf gebaut: das Wilhelm-Marx-Haus. Kreis entwickelte in Düsseldorf an mehreren Standorten Hochhausprojekte, die aber nicht realisiert wurden. Schwerpunkte für Hochhausplanungen im Stadtgebiet waren der Rathausbereich und das Südende der Königsallee. Bereits 1911 wurde in einem Wettbewerb für das Rathaus eine Hochhauslösung (Bruno Schmitz, Berlin) mit dem ersten Preis versehen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde 1925 ein weiterer Wettbewerb für das Rathaus am Rhein ausgeschrieben, an dem sich bekannte Architekten wie Emil Fahrenkamp, Peter Behrens und Professor Wach mit Hochhauslösungen beteiligten.
1961 wurde ein weiterer Hochhauswettbewerb für den Rathausbereich durchgeführt, dessen 1. Preis (Architekt Walter Moser) ein 160 m hohes Rathausgebäude auswies. Das Südende der Königsallee wurde in den zwanziger Jahren etwa in Höhe der Graf-Adolf-Straße verschiedentlich mit Hochhäusern beplant (Architekten Kreis, Deneke). In den Vierzigern wurde während des Krieges ein Wettbewerb ausgeschrieben, der an diesem Punkt Monumentalbauten einer Kultur- und Tagungshalle auswies. Nach dem Krieg wurde dieser Standort mit weiteren Hochhausplanungen versehen (Architekten Dustmann, Hentrich, Heuser, Roskotten) und mit drei Hochhäusern bebaut: mit dem Apollo-Hochhaus (damals 3M) sowie den zwei Hochhäusern der Landesversicherungsanstalt (LVA) bebaut. Das 1974 errichtete Hochhaus der Landesversicherungsanstalt (LVA) war bis zum Jahr 2000 mit 123 m über Grund das höchste Verwaltungsgebäude in Düsseldorf.
1953 entwickelte Professor Tamms ein gesamtstädtisches Hochhauskonzept, das in Lörick, Oberkassel und Golzheim eine Reihung von Wohn- und Bürohochhäusern als städtebauliche Dominanten an den sich neu entwickelnden Straßenräumen der Berliner Allee und der Immermannstraße sowie am Südende der Königsallee, im Bereich des Graf-Adolf-Platzes und des Kirchplatzes vorsahen. Kern des Konzeptes war der Rathausbereich: hier sollte als Zeichen der Stadtmitte das neue Rathaus einen dominierenden Platz einnehmen. Die Stadt sollte "aus der Horizontalen ausbrechen, aus dem nivellierendem Gleichmaß des Alltäglichen ".(Tamms 1962)
Auf der Grundlage dieses Hochhausstandortplanes wurden bis in die 70er Jahre Hochhäuser realisiert: so u.a. Mannesmann - Hochhaus (1958), Stadtsparkasse (1964), Apollo Hochhaus (3M) 1967, LVA (1974).
Der Standort des Thyssenhochhauses (damals Phoenix-Rheinrohr) war in dem Konzept nicht verzeichnet. Die Architekten Hentrich und Petschnigg gewannen in dem 1955 durchgeführten Hochhauswettbewerb mit ihrer Lösung des Dreischeibenhochhauses den 1. Preis und gingen damit in die Architekturgeschichte ein. In der Zeit der Baudezernatsschaft von Dr. Rüdiger Recknagel, die durch den U-Bahnbau und zahlreiche Großprojekte (Bahnhofsumbau, Werstener Tunnel u.a.) gekennzeichnet war, fiel die Expansionsphase der Banken. Die Deutsche Bank, deren Vorstandsvorsitzender zeitweise in Düsseldorf an der Königsallee saß, verdichtete ihre Baumassen an dem Standort Königsallee in Einpassung der an der Kö vorhandene Bauhöhe, sie riß zudem noch ein Hochhaus ab, das dort in den fünfziger Jahren erichtet wurde. Später folgte die Dresdner Bank mit der Verdichtung ihres Standortes an der Königsallee ebenfalls unter Einpassung der Bauhöhe. Insgesamt ist es dort trotz der Konzentration von gewaltigen Baumassen gelungen, den Charakter des horizontal ausgerichteten Straßenraums der Königsallee zu wahren.
1991 entwickelte das Planungsamt ein Konzept zur Verdichtung und Konzentration von Hochhäusern an S-Bahnhöfen, die einen regionalen Anschluss haben und mit hochwertigen Straßenbahn- und Stadtbahnlinien verknüpft sind. Ausgangspunkt war damals die Erkenntnis, daß nahezu 50 % Düsselorfer Arbeitsplätze von außerhalb besetzt sind und daß eine bessere Zuordnung der Arbeitsplatzschwerpunkte an die öffentlichen Verkehrsmittel erfolgen sollte.
1994 entwickelte das Planungsamt ein Hochhauskonzept, das Bauhöhenbeschränkungen im historischen Stadtkern, an der Königsallee sowie an dem Hofgartenrand und in den historischen Stadtzeilzentren und an dem Rheinuferbereichen Oberkassels vorsieht, mit gleichzeitigen Verdichtungs- und Konzentrationsmöglichkeiten an S-Bahnhöfen. Dieses Konzept wurde bei Entscheidungen von Bauprojekten in der Innenstadt (z.B. Stilwerk, Ehemalig BfG-Grundstück, Sevens u.a.) herangezogen.
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