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Aus dem alten Handelshafen wurde der "MedienHafen"

Keine 1.000 Meter von der Kö entfernt liegt das Erweiterungsgebiet für die Düsseldorfer City / Besonderer Reiz: Moderne Architektur und Denkmalschutz / 5.500 neue, hoch qualifizierte Arbeitsplätze

Düsseldorfs architektonisch und städtebaulich am stärksten beachtetes Gebiet liegt am Südwestrand der City, direkt am Rheinstrom, weniger als 1.000 Meter Luftlinie von Altstadt und Königsallee entfernt. In kaum zwei Jahrzehnten ist es an der Achse zwischen Kniebrücke, Kai- und Hammer- bis zur Franzius- und Speditionstraße heran gewachsen. Die Großen der internationalen Architekturszene sind hier ebenso vertreten wie die führenden Architekten der Region. Sie und ein einfühlsamer Denkmalschutz haben dafür gesorgt, dass in diesem Quartier Vergangenheit und Zukunft eine überzeugende Partnerschaft eingegangen sind.

Die Vergangenheit - das ist der 185 Hektar große Hafen von 1896/ 98. Die Zukunft - das sind rund 5.500 neue Arbeitsplätze im kreativen Bereich; Medien und die Werbebranche, Mode und Kunst, das Europäische Medien-Institut und die NRW-Filmstiftung, die Landesrundfunkanstalt und die NRW-Architektenkammer setzen Maßstäbe. Die Architektur bietet eine sehr gelungene zeitgenössische Mischung. Da sind die Internationalen Steven Holl, David Chipperfield, Frank O. Gehry, Joe Coenen, Fuminiko Maki, Will Alsop und Claude Vasconi. Sie stehen neben Düsseldorfern wie Overdieck, Kahlen und Partner; Prof. Wolfgang Döring und Partner; Thomas Beucker mit dem Büro BHLM; Rohde, Kellermann, Wawrowski; Hentrich, Petschnigg und Partner oder den Kölnern Till Sattler und Norbert Wansleben und den Frankfurtern Walter Kohne und Michael Merill. Sie alle haben ihre Handschrift hinterlassen in Investitionen, die inzwischen mehr als 500 Millionen Euro ausmachen.

Mehr und mehr Leben kommt auch im Gefolge der Arbeitsplätze in den Bereich. Dazu gehören Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Dienstleistungen wie Multiplexkino, ein Internet-Café im Studiogebäude von Giga-TV, Friseur und Sonnenstudio sowie die Kunstgalerie Mayer. Zu den Freizeiteinrichtungen gehören eine Großdisco mit 1.000 Plätzen, gleichzeitig nutzbar als Konzertsaal, mit Gastronomie im Baudenkmal am Kopfende des Handelshafens, ein Restaurant in der ehemaligen Mälzerei, ein Hotel (Mariott) mit Restaurant in der Speditionstraße 11 und eine Kneipe im Gebäude Speditionstraße 15a.

In den siebziger Jahren war die industrielle Produktion in Düsseldorf rasant zurück gegangen, der Siegeszug der Dienstleistungen beschleunigte sich. Der alte Hafen wurde unrentabel. Gutachter rieten zum Gesundschrumpfen. 1976 gab der Stadtrat das citynächste Gebiet von 19 Hektar frei zur Umwandlung. Für den Durchbruch sorgte schließlich der Landtag. 1978 nahm er das Angebot der Stadt an, ein neues Parlamentsgebäude im alten Hafen zu errichten. Aus einem bundesweiten Wettbewerb gingen die Düsseldorfer Architekten Eller, Moser, Walter als Sieger hervor. 1988 konnte das Parlamentsgebäude bezogen werden. Ende der siebziger Jahre suchte die Post einen Platz für einen Fernmeldeturm. Die Stadt bot den Hafen an. Ein Wettbewerb folgte, den Professor Harald Deilmann gewann. 1981 wurde der 240,50 Meter hohe Rheinturm als letzter Riese aus der Zeit vor dem Glasfaserkabel fertiggestellt. Der Westdeutsche Rundfunk wollte in der Hauptstadt ein angemessenes Funkhaus schaffen. Wieder brachte die Stadt ein Grundstück im Hafen ins Gespräch. Den anschließenden Wettbewerb gewannen Brigitte und Christoph Parade. 1991 zogen rund 400 Redakteure, Techniker und Freie Mitarbeiter in den Neubau. Damit waren zehn Hektar der Umwandlungsfläche bereits verbraucht.

Die Privatisierung im Medienbereich kündigte sich an. Auch Düsseldorf machte Angebote, erkannte die Möglichkeiten, die der Hafen bot. Das neun Hektar große Gelände an der Kaistraße erschien als idealer Platz. Im Januar 1989 beschloss der Rat, dafür einen Bebauungsplan aufzustellen, der vor allem die Nutzung durch Medieneinrichtungen mit den ergänzenden Betrieben und weiterhin durch kleinere Büroeinheiten, insbesondere für kreative Berufe, durch kulturelle Einrichtungen, durch Gastronomie, durch spezifischen Einzelhandel, durch Kunsthandwerk, durch Ateliers vorsehen sollte. Erhalten bleiben solle die Hafenatmosphäre, Neubauten sollten Akzente setzen. Die Adresse zieht. Nicht ohne Wirkung blieb, dass der Ministerpräsident 1999 die alte Staatskanzlei in den Verwaltungsbauten der alten Rheinprovinz von 1908/11 aufgab und in das "Stadttor" überwechselte. Ein Hochhaus auf dem südlichen Tunnelmund, von Architekturkritik, Ökologen wie internationalen Maklern gleichermaßen gelobt. Dieses 75 Meter hohe gläserne, energiesparende Haus, für das die Düsseldorfer Architekten Petzinka, Pink & Partner die Pläne lieferten, ist zu einer Art Wahrzeichen des Viertels geworden. Längst haben sich auch Medien angesiedelt. Neben dem WDR ist es vor allem die Deutsche Fernsehnachrichten Agentur. Doch auch NBC Germany, CNN Deutschland, Korrespondenten von Radio NRW und vom nationalen Deutschlandfunk, von Magazinen, Funk und Fernsehen schätzen die Adresse. Der Shoppingkanal QVC expandiert unaufhaltsam.

Der Erfolg hat viele Väter. Die Stadt Düsseldorf schlug bei der Vermarktung des "MedienHafens" neue Wege ein. Ein externer Koordinator kümmert sich um Vorbereitung und Abwicklung der Bau- und Sanierungsvorhaben im Viertel und betreut das kreative Völkchen, das dank seiner Kreativitäten nicht immer ganz einfach ist. Das Modell hat sich bewährt, der Erfolg hält an. So nimmt es nicht wunder, dass mit der Speditionstraße ein weiteres Stück vom Hafen zur Umwandlung ausgewählt worden war. Die gelungene Mischung im ersten Umwandlungsabschnitt, der große Beifall für manches Experiment und die Aussicht, weitere zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu gewinnen, spornen zu großen Bemühungen an. Auch stehen weitere Schritte an, Wohnungen im Hafen zu etablieren.

Mit der Fuß- und Radwegbrücke von der Straße "Am Handelshafen" zur Spitze der Speditionstraße hat der MedienHafen eine neue Attraktion erhalten. Rund 5,9 Millionen Euro investierte die Stadt für die knapp 150 Meter lange und 11,60 Meter breite Brücke. Die von den Düsseldorfer Architekten JSK gestaltete Brücke ist nicht nur eine rasche Verbindung zur Spitze der Speditionstraße, sie ist gleichzeitig auch ein attraktiver Freiraum mit Aufenthaltsqualität. Sitzfreundliche Holzbohlen, die stufenförmig längs der Brücke verlaufen, laden zum Verweilen und Genießen des Hafenpanoramas ein. Ein neuer Logenplatz am Wasser. Atmosphärisches Licht, das aus den Zwischenräumen der Sitzstufen dringt, und die beleuchteten Sitzkuben sorgen für eine besondere Stimmung auch bei Nacht.

Auffälliges Wahrzeichen ist das Brückenhaus, das die Gastronomie aufnimmt. Das Brückenhaus hat Abmessungen von etwa 14 x 14 Metern, ist im unteren Bereich massiv gebaut und hat oben eine transparente Stahl-/Glaskonstruktion. Es überragt die Brücke seitlich um sechs Meter.

Landeshauptstadt Düsseldorf
Amt für Kommunikation

(Stand: August 2005)


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8. Januar 2009 | 20:43 Uhr

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