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"Nippons Hauptstadt" am Rhein

Düsseldorf ist die erste Adresse auf dem Kontinent / 450 Firmen haben ihren Sitz in der Region Düsseldorf/Gut ausgebaute Infrastruktur

Düsseldorf ist für Japan die Nummer eins in Europa. 450 japanische Firmen sind in der Region Düsseldorf vertreten, mehr als 7.000 Japaner leben heute hier. Kaufleute waren die Wegbereiter für diese Entwicklung, die sich in den letzten viereinhalb Jahrzehnten vollzogen hat. Den Kaufleuten folgten ihre Familien, nach und nach bildete sich eine typische Infrastruktur heraus: Einzelhandel, Banken, Ärzte, Buchhandel, Spedition, Industrie- und Handelskammer sowie Generalkonsulat. Eine japanische Schule entstand, japanische Kindergärten. Das alles gestattet es, von "Nippons Hauptstadt am Rhein" zu sprechen, wenn die Rede auf Düsseldorf kommt.

In den 1920er Jahren waren zuerst der Überseehafen Hamburg und dann Berlin für Japan die wichtigsten Plätze. Nach dem 2. Weltkrieg herrschte in Japan eine große Nachfrage nach deutschen Maschinen und Produkten der Schwerindustrie. Düsseldorf, damals weltbekannt als der "Schreibtisch des Ruhrgebietes", bot sich als idealer Platz an, um diese gefragte Technik, insbesondere das Know how für den Stahl und den Maschinenbau, zu beschaffen. Aber Düsseldorf profitierte auch von seiner zentralen Lage im wichtigsten Ballungsraum Europas und erwies sich damit auch für die Japaner als idealer Standort, nicht nur in Beschaffungs-, sondern auch in Vertriebsfragen.

22.000 Arbeitsplätze

Nachdem schon einzelne japanische Kundschafter ab 1952 nach Düsseldorf kamen, wurde 1955 das Handelshaus Mitsubishi hier ins Handelsregister eingetragen. Die japanische Gemeinde wuchs zunächst langsam, dann aber sehr schnell im Tempo des internationalen Handelserfolges Japans. Heute sind in der Region Düsseldorf rund 450 Firmen der unterschiedlichsten Branchen tätig: Handelshäuser sowie Industrieunternehmen aus den Bereichen Elektrotechnik, Chemie, Stahl, Maschinenbau. Nennenswert sind ferner Niederlassungen der Maschinen- und Fahrzeugbauer sowie die komplette Palette der Dienstleistungsunternehmen von Finanzen bis zu Werbung. Abgerundet wird die japanische Präsenz durch Speditionen, Bau- und Immobilienfirmen. Auch Wirtschaftsverbände und Gebietskörperschaften haben eine Vertretung in Düsseldorf. Sichtbare Akzente im Stadtbild setzen der japanische Einzelhandel und die japanische Gastronomie.

Längst haben die japanischen Aktivitäten die Stadtgrenzen übersprungen. Rund um Düsseldorf haben sich vor allem flächenintensive Firmen niedergelassen. So kommt es, dass in der Region Düsseldorf mehr als ein Viertel der Japaner in Deutschland zuhause sind. Mit großem Abstand folgen da erst Frankfurt, Hamburg und München, die als Standorte für bestimmte Branchen interessant sind. Von den Japanern, die im Raum Düsseldorf leben, arbeiten mehr als 2.500 in japanischen Niederlassungen. Die japanischen Unternehmen bieten insgesamt Arbeit für 22.000 Beschäftigte. Der Jahresumsatz der japanischen Unternehmen im Raum Düsseldorf wird auf etwa zehn Milliarden Euro geschätzt. Und auch als Kunden sind die japanischen Familien sehr geschätzt. Sie bedeuten dem hiesigen Einzelhandel zusätzlichen Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro.

Fernöstlicher Touch

1964 wurde in Düsseldorf der Japanische Club gegründet, der über 5.000 Mitglieder hat und zu den größten Vereinen in der Stadt zählt. Ein Jahr später eröffnete ein japanisches Konsulat, das bald zum Generalkonsulat aufgewertet wurde. Und 1966 schließlich wurde die Japanische Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf gegründet, die ihre Tätigkeit mit 60 Firmenmitgliedern begann und heute fast 550 ordentliche und außerordentliche Mitglieder zählt.

Seit 1971 besteht in Düsseldorf die Japanische Schule, die nach einiger Zeit der Provisorien in einem Neubau im linksrheinischen Oberkassel heimisch wurde. Ein Verein "Japanische Internationale Schule e.V.", den die Eltern gebildet hatten, war als Bauherr aufgetreten, die Stadt hatte das Grundstück bereitgestellt. Diese Einrichtung lehnt sich voll an das japanische Schulsystem an und gliedert sich in eine sechsklassige Grund- und eine dreiklassige Mittelstufe. Fast 700 Mädchen und Jungen werden hier zumeist von entsandten japanischen Lehrern unterrichtet. Ein erster japanischer Kindergarten wurde 1983 ins Leben gerufen, mittlerweile gibt es bereits vier.

Mit dem "EKO-Haus" der Japanischen Kultur" unterstreichen die Mitbürger aus Fernost einmal mehr, wie sehr sie sich in Düsseldorf heimisch fühlen. Inmitten einer großen japanischen Gartenanlage stehen ein Veranstaltungs- und Studienzentrum sowie ein buddhistischer Tempel. An der Immermannstraße, im Herzen der City, entstand 1978 das Deutsch-Japanische Center, das auch architektonisch einen fernöstlichen Touch ins Stadtbild bringt. Der Komplex, mit damals rund 180 Millionen Mark noch immer die größte Einzelinvestition der Japaner in Düsseldorf, bietet moderne Arbeitsmöglichkeiten für 400 Mitarbeiter in über 30 Firmen und Insti-tutionen. Das japanische Generalkonsulat ist dort beheimatet, die Japanische Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf, die Filiale eines Warenhaus-Konzerns, ein Reisebüro und darüber hinaus ein 600-Betten-Hotel mit japanischen Restaurants.

Verständnis, Sympathie und Hilfsbereitschaft prägen das Verhältnis zwischen japanischen und deutschen Bürgern, begünstigt durch die 1964 gegründete Deutsch-Japanische Gesellschaft, aber auch durch ständige Gespräche zwischen Stadt und japanischer Gemeinde. Bei aller landeseigener Zurückhaltung - die Söhne und Töchter Nippons zählen wie selbstverständlich zum Bild der rheinischen Brauchtumsfeste, bereichern das Konzertleben der Stadt und die bildende Kunst.

Zeichen der Freundschaft

Das Zusammenleben zwischen Japanern und Düsseldorfern wird immer enger, hat längst freundschaftliche Züge angenommen. Als Zeichen des Dankes für die erwiesene Gastfreundschaft richtete die Japanische Gemeinde schon 1975 den Düsseldorfer Bürgern einen Japanischen Garten ein. Die 5.000 qm große Anlage im Nordpark, für die damals 1,8 Mio. DM aufgewendet wurden, ist längst zu einem Lieblingsplatz der Düsseldorfer geworden. Zum 700. Geburtstag der Stadt im Jahre 1988 stiftete die Japanische Gemeinde den "Studienfonds Düsseldorf-Japan", dessen Erträge alljährlich einigen Fachleuten der Region eine Studienreise nach Japan ermöglichen. Ausdruck des Bemühens um das gegenseitige Verstehen sind enge Kontakte auf vielen Ebenen und eine Fülle von Begegnungsveranstaltungen.

Maßstäbe setzte die erste Japanische Woche im Jahre 1983. In der Reihe dieser Projekte stand auch das glanzvolle Japan-Jahr 1999/2000 mit gut 100 Einzelveranstaltungen alleine in der Stadt Düsseldorf. Das Programm dafür wurde auf japanischer Seite von der japanischen Gemeinde und dem Generalkonsulat, auf der deutschen Seite vom Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Düsseldorf geplant, gestaltet und finanziert. Seit 2001 gibt es in der Landeshauptstadt regelmäßig im Mai einen Japan-Tag. Er hat sich zu einem der beliebtesten Düsseldorfer Events entwickelt. Im Rahmen eines deutsch-japanischen Begegnungsfestes bringen die in Düsseldorf lebenden Japaner dabei den mehr als eine Million deutschen Besuchern die Kultur ihrer Heimat nahe. Kimono-Anproben, Kalligraphie, Samurai- und Musikgruppen gehören dabei zu den regelmäßigen Höhepunkten. Krönender Abschluss ist traditionell das große japanische Feuerwerk, für das eigens ein Pyrotechniker mit speziellen Feuerwerkskörpern aus Japan anreist.

Eine sehr positiv aufgenommene Tradition entwickelte die Stadt Düsseldorf in Japan. Sie hält den Kontakt zu jenen Japanern, die einmal in Düsseldorf gelebt haben. So finden Düsseldorf-Abende in Tokyo statt, die regelrechte Wiedersehensparties für japanische Manager geworden sind, die die Jahre am Rhein verbindet.

Am Rhein wächst das Interesse an Land und Leuten, Sitten und Gebräuchen. Die Düsseldorfer VHS hat mehr als 20 Japanisch-Sprachkurse auf ihrem Programm, dazu viele landeskundliche Veranstaltungen. Seit 1984 kann man sich dort auch dem "Japanese Language Proficiency Test" unterziehen, einer offiziell anerkannten Prüfung der japanischen Sprachkenntnisse, die Deutschen beispielsweise die Möglichkeit des Fachstudiums in Japan eröffnet. Japan-Studiengänge werden an den Universitäten Düsseldorf und Duisburg angeboten.

Man ist sich näher gekommen in den Jahrzehnten der wachsenden Zusammenarbeit. Der Begriff von "Nippons Hauptstadt am Rhein" hat sich längst mit Leben gefüllt. Die "Japanischen Wochen" 1993 in Düsseldorf wurden sogar vom Besuch des Kaiserpaares gekrönt.

Landeshauptstadt Düsseldorf
Amt für Kommunikation

(Stand: August 2005)


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8. Januar 2009 | 21:08 Uhr

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