Hintergrund - Basisinformationen
Düsseldorf - das Wirtschaftszentrum
Der deutsche Außenhandel floriert am Rhein
Hervorragende Lage / Gute Verkehrswege / Viele Auslandsfirmen / Internationales Messegeschehen
Düsseldorfs führende Stellung als Wirtschafts- und Handelszentrum ist jungen Datums. Zwar ist die Stadt schon mehr als 700 Jahre alt, doch Großstadt ist Düsseldorf erst seit gut einem Jahrhundert. Anfang 1882 erreichte Düsseldorf erstmals 100.000 Einwohner.
Eine leistungsfähige eisenverarbeitende Industrie, eine weitsichtige Stadtentwicklung und enge Kontakte zum rasch aufblühenden Ruhrgebiet und zu seiner Schwerindustrie waren die wichtigsten Faktoren der Entwicklung. Bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert galt Düsseldorf als Stadt, von der aus die großen Unternehmen und die wachsenden Konzerne an der Ruhr verwaltet wurden. Eindrucksvolle Verwaltungsgebäude am Südende der Königsallee und an der Kasernenstraße legen noch heute Zeugnis ab von diesem Beginn.
Rasant gewachsen
Der Weg zum führenden Außenhandelsplatz der Bundesrepublik Deutschland, der Sprung zum nach Frankfurt wichtigsten bundesdeutschen Bankenplatz dauerte freilich länger. In ihm spiegelt sich die wirtschaftliche und auch politische Entwicklung Deutschlands. Den Erfolgen der raschen Industrialisierung der Gründerjahre folgte der Ausbau der Wirtschaft im Kaiserreich. Düsseldorf profitierte davon, wurde zum wichtigsten westdeutschen Verwaltungszentrum. Die ausgezeichnete Verkehrsanschließung und eine gewisse Hemdsärmligkeit bei der Bewältigung neuer Aufgaben, die die Stadt zeigte, stießen bei den Reichsbehörden in Berlin auf Sympathien.
Hauptschlagader Rhein
Seit 1831 war der Rhein internationalisiert, seine Bedeutung als Handelsweg wuchs rasch. Im Dezember 1838 rollte die erste Eisenbahn in Westdeutschland - und zugleich die fünfte Linie im ganzen deutschen Raum - von Düsseldorf aus über Erkrath ins Wuppertal. Es war die bergische Textilindustrie, die sich Düsseldorf zu ihrem Rheinhafen erkor und Aus- und Einfuhr über Bahn und Strom abwickelte. Der rasch wachsende Wirtschaftsraum lud ein zu Investitionen. Alle privaten Eisenbahngesellschaften, die im westdeutschen Raume tätig waren, setzten ihren Ehrgeiz daran, auch Düsseldorf in ihr Netz einzubeziehen. 1870 wurde eine zweigleisige Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Düsseldorf in Betrieb genommen. Es war die erste Rheinbrücke außerhalb einer schützenden Festung und die nördlichste überhaupt. Düsseldorfs Rolle als wichtiger Handels-und Verwaltungsplatz wurde einmal mehr unterstrichen.
1882 meldete die Stadt 100.000 Einwohner und rückte damit in die Gruppe der Großstädte auf. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte die Stadt bereits mehr als 200.000 Einwohner. Sie war zu einem Verkehrsknoten erster Ordnung geworden. Nur Berlin und Köln verzeichneten im Deutschen Reich mehr Zugfahrten und mehr Passagiere als Düsseldorf. Stahlerzeuger und Stahlverarbeiter an der Ruhr schlossen sich zu großen Konzernen zusammen, die ihren Sitz in Düsseldorf nahmen. Schon damals kam der Begriff vom "Schreibtisch des Ruhrgebietes" für Düsseldorf auf. Weltbekannte Unternehmen wie Mannesmann (Röhren) und Henkel (Chemie) begannen in dieser Stadt ihren Erfolgskurs.
Ausstellungen
Der Erste Weltkrieg, die anschließende Besetzung des Rheinlandes, lähmten diese Entwicklung. Düsseldorf war für sechs Jahre Schaltzentrale der französischen Besatzungsarmee; der passive Widerstand sorgte für weitere Abschnürung vom Reich. Als die Besatzung abrückte, fanden kluge Kommunalpolitiker allerdings einen Weg, um die Rückkehr der Stadt ins alte, gewachsene Wirtschaftsgefüge einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen. Im Sommerhalbjahr 1926 fand die erfolgreichste Ausstellung statt, die Düsseldorf je erlebte: Die Gesolei, eine Schau, die nach dem Trend der damaligen Zeit sich mit Gesundheit, Sozialem und Leibeserziehung beschäftigte. Sie lockte mehr als sieben Millionen Besucher in die Stadt und begründete Düsseldorfs Ruf als Ausstellungsstadt endgültig.
International
Aus dem Kreis der konkurrierenden Städte aber hob sich Düsseldorf erst durch seine in den letzten Jahrzehnten gewonnenen Internationalität heraus. Rund 750 niederländische Firmen, 450 Firmen aus den USA, 350 Firmen aus Großbritannien und 250 aus Frankreich ließen sich im Wirtschaftsraum Düsseldorf nieder. Nicht zu vergessen, die über 450 Firmen aus Japan, die inzwischen dafür sorgen, dass Düsseldorf sich auch mit dem Ruf einer "japanischen Hauptstadt am Rhein" schmücken darf. Rund 7.000 Japaner leben in der Stadt und im unmittelbaren Umland und geben Düsseldorf einen merklich exotischen Einschlag. Daneben haben auch andere Staaten des mittleren und fernen Ostens, wie z.B. Korea, Taiwan und China, den internationalen Handelsplatz Düsseldorf entdeckt. Mittlerweile sind 90 taiwanesische, 40 koreanische und 15 chinesische Firmen in Düsseldorf ansässig. Heute nimmt Düsseldorf eine Spitzenstellung im deutschen Außenhandel ein.
Wie kam es, dass rund 5.000 ausländische Unternehmen, Produktionsbetriebe und Handelshäuser ihre Niederlassungen im Raum Düsseldorf einrichteten? Die mit der Industrialisierung gewachsene Rolle Düsseldorfs als westdeutsches Handels- und Verwaltungszentrum erfuhr in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg weitere Aufwertung. Offene Grenzen zu den europäischen Nachbarn, die Ausrichtung auf die Möglichkeiten der europäischen Gemeinschaft, schufen vergleichsweise einmalige Voraussetzungen. Im Umkreis von 150 Kilometern, einer Entfernung, die für Bahn oder Auto keine Rolle spielt, leben rund 30 Millionen Menschen. Wer eine Flugstunde zum Maßstab nimmt, der kann alle westeuropäischen Zentren von Düsseldorf aus bequem im Tagesausflug erreichen. Etwa 150 Millionen Menschen leben in diesem Radius: Nordwesteuropas Siedlungsschwerpunkt.
Flughafen
Düsseldorfs Verkehrsanschließung ist zielstrebig verbessert worden. Die Stadt ist gut an das hervorragende Autobahnnetz angeschlossen. Fünf Straßenbrücken führen vom Stadtgebiet aus über den Rhein. Und der Flughafen Düsseldorf International nimmt dank seiner stadtnahen Lage eine einmalige Position in Deutschland ein. Zur Königsallee braucht das Taxi kaum zehn Minuten. Seit Mai 2000 ist der Airport mit eigenem Bahnhof an das Bahnnetz angeschlossen. 400 Züge halten am Flughafen Bahnhof. Knapp 16 Millionen Passagiere jährlich wissen diese Vorzüge des Flughafens zu schätzen. Nur Frankfurt und München verzeichnen in Deutschland höhere Passagierzahlen.
Außenhandelszentrum
Düsseldorf gilt als eines der führenden internationalen Handelszentren im Deutschland. Neben den rund 5.000 ausländischen Firmen, die sich in der Region niedergelassen haben, gibt es zahlreiche weltweit agierende deutsche Firmen mit Hauptsitz in Düsseldorf (ThyssenKrupp, Henkel). Rund 100 Konsulate und ausländische Förderorganisationen für Wirtschaft und Tourismus erleichtern die bilateralen Geschäftskontakte und unterstreichen den internationalen Charakter.
Mit Blick auf die für Düsseldorf hervorragenden Perspektiven in Russland wurde 2001 das Russland Kompetenzzentrum initiiert. Als Gemeinschaftsprojekt der IHK, der Messe Düsseldorf und der Stadt berät und unterstützt es Unternehmen beim Auf- und Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.
Mit der Kampagne "China goes DUS" wird der internationalen Bedeutung der stark wachsenden chinesischen Wirtschaft in Düsseldorf Rechnung getragen. Nach dem Vorbild des Russland Kompetenzzentrums wurde 2005 das China Kompetenzzentrum eröffnet. Es unterstützt chinesische und deutsche Firmen bei allen Fragen des wirtschaftlichen Austauschs.
Bei all dem ist Düsseldorf mit 217 Quadratkilometern eine vergleichsweise kleine Stadt. Auch die 572.000 Einwohner, die die Stadt heute hat, bringen ihr noch keine Spitzenposition unter den deutschen Großstädten ein. Doch sind die Lebenszusammenhänge längst über die Stadtgrenzen hinaus gewachsen. Düsseldorf steht deshalb für einen hochverdichteten Wirtschaftsraum mit etwa 2,3 Millionen Einwohnern (Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein). Rund um die Stadt bestehen unterschiedlich alte und verschieden große Städte und Gemeinden, die stark auf Düsseldorf orientiert sind. Der alltägliche Strom von über 230.000 Pendlern ist dafür deutlicher Gradmesser. Rund 450.000 Arbeitsplätze im Stadtgebiet sind die Erklärung für diese engen Verflechtungen. Die Stadt hält darüber hinaus viele zentrale Einrichtungen bereit, von der Oper und dem Schauspielhaus bis zu Museen und der weltbekannten Altstadt.
Höchst kreativ
Düsseldorf ist auch ein Zentrum der Kreativität. Über 485 Werbeagenturen und 414 Werbemittelbetriebe sind hier ansässig, darunter die drei umsatzstärksten Agenturen in Deutschland. International renommierte Architekturbüros mit mehr als 4.000 Beschäftigten haben in Düsseldorf ihren Sitz. Und auch mehr als 160 Verlage sind in der Landeshauptstadt ansässig. Somit gehört sie zu den sieben größten Verlagsstädten in Deutschland.
Besonders bekannte Zeitungsverlage sind in Düsseldorf ansässig. Hier erscheint Deutschlands führende Wirtschaftszeitung und Deutschlands zweitgrößte Abonnementszeitung. In jüngerer Zeit wächst zudem die Bedeutung des audiovisuellen Bereichs mit Film, Funk und Fernsehen. Einen wichtigen Beitrag dazu lieferte die Erschließung eines Teiles des Hafens als Meile der Medien und der Kreativen.
Messeplatz
Schließlich war der Ausbau des Messewesens ebenfalls ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Stadt zum Wirtschaftszentrum. 1971 wurde das neue Messegelände in Betrieb genommen. In 900 Tagen war eine Ausstellungsanlage aus einem Guss aus dem Boden gestampft worden, die noch immer zu den modernsten der Welt zählt. Mit einem Spektrum von 40 internationalen Fachmessen, von denen rund die Hälfte weltweit als Leitmesse ihrer Branche gilt, nimmt Düsseldorf eine starke Position ein.
Um diesem Anspruch weiter gerecht zu werden, hat die Messe Düsseldorf die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts im Blick und rüstet den Messestandort Düsseldorf für die Zukunft. Der Neubau der Halle 8 und die Erneuerung von Halle 13 sind dafür die jüngsten Beispiele. Das Ziel: den Spitzenplatz unter Europas Messestandorten durch laufende Modernisierung auf Topniveau zu halten. Ein Investitionsvolumen von mehr als 700 Millionen Euro macht dies möglich. Derzeit beträgt die Gesamtkapazität der Messefläche 284.000 Quadratmeter.
Eine Vielzahl von Vorgängen also, die zusammen kamen, um die besondere Rolle der Stadt zu begründen. Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang, dass seit 1946 Düsseldorf auch Landeshauptstadt ist. Die britische Besatzungsmacht machte Düsseldorf zur Hauptstadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes, das damals ebenfalls neu gegründet wurde - Nordrhein-Westfalen mit über 17 Millionen Einwohnern. So ist das Land mit über 28.000 Beschäftigten zum größten Arbeitgeber der Stadt geworden. Unterstrichen wird dies durch die rasante Entwicklung auf dem Bildungssektor mit der 1965 gegründeten Universität. Heute sind dort rund 18.000 Studierende (Sommersemester 2004) eingetragen, die Fachhochschule zählt noch einmal rund 8.500 Studierende.
Landeshauptstadt Düsseldorf
Amt für Kommunikation
(Stand: August 2005)

