Aufschwung als ResidenzstadtMit dem 16. Jahrhundert trat Düsseldorf in eine neue Phase seiner Geschichte ein. Durch die Ehe von Johann, Herzog von Kleve und Graf von der Mark, mit Maria, der Erbin von Jülich, Berg und Ravensberg im Jahre 1510 waren die Voraussetzungen für den Aufstieg Düsseldorfs zur Residenzstadt eines großen Länderverbundes gegeben. Die Herrscher - auf Johann (+ 1539) folgten Wilhelm (1539-1592) und Johann Wilhelm (1592-1609) - hielten sich bevorzugt in Düsseldorf auf. Düsseldorf wurde zur Stadt der Renaissance am Niederrhein, sein äusseres Bild und seine Struktur veränderten sich in dieser Zeit beträchtlich. Die Stadt war Hauptresidenz der vereinigten Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg geworden. Zum Landesverbund gehörten auch die Grafschaften Mark und Ravensberg. Besonders unter Herzog Wilhelm III., der wegen seiner vielen Länder den Beinamen "der Reiche" erhielt, nahm die Stadt wirtschaftlichen Aufschwung.
Düsseldorf war im 16. Jahrhundert aber nicht nur Residenz und damit Verwaltungssitz für die vereinigten Territorien, sondern auch Landesfestung. Die Befestigungen, die ab 1538 von den Landständen finanziert wurden, mussten den Fortschritten der Kriegstechnik entsprechend stetig verbessert und erweitert werden. Vor der mittelalterlichen Mauer wurde zunächst ein Wall aufgeschüttet, der mit Rondellen und ab 1538 durch spitzwinklige Bastionen verstärkt wurde. Die alten Tore wurden durch Vortore gesichert und zu richtigen Torburgen ausgebaut. Im Süden der Stadt entstand eine Zitadelle. Der Graben zwischen dieser Zitadelle und der südlichen Stadtmauer konnte als Sicherheitshafen genutzt werden. An seinem Ausgang zum Rhein stand ab 1598 ein großer, fester Tretkran mit drehbarem Ausleger im Dach, mit dem vor allem schwere Handelsgüter, wie Mühlsteine und Weinfässer, aus den Schiffen gehoben wurden. |
![]() Plan der Festung Düsseldorf, um 1567. Specklin, Generallandesarchiv Karlsruhe. | ||


