Auf den Spuren von Heinrich Heine - 2. Teil -
Heine-Gesamtausgabe
Die überwiegend von der Landeshauptstadt Düsseldorf getragene, im Hamburger Verlag Hoffmann & Campe erschienene historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke Heinrich Heines erschließt die Texte in bisher nie dagewesener Breite, Genauigkeit und Kommentierung. Sie wird herausgegeben von Professor Dr. Manfred Windfuhr (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf). 1973 erschien der erste Band der auf 16 Bände angelegten Düsseldorfer Heine-Ausgabe, 1997 - im großen Gedenkjahr zum 200. Geburtstag Heines - wurde das aufwändige literaturwissenschaftliche Unternehmen abgeschlossen.
Heine-Erinnerungen
Mit einer Heine-Büste und Manuskript-Faksimilés erinnert im Rathaus ein Gedenkraum an den großen Sohn der Stadt, und der Name des Dichters ist auch in der Amtskette des Oberbürgermeisters zitiert. Neben solchen Würdigungen finden sich in Düsseldorf noch zahlreiche weitere Hinweise auf den Dichter, oft aus privater Initiative, ob Restaurant-Namen und Gedenkecken in Kneipen oder als Fassadeninschrift. Auch der 1982 vom Heimatverein Düsseldorfer Jonges gestiftete, von Karl-Heinz Klein entworfene Brunnen auf dem Maxplatz zeigt unter anderem ein Porträt Heines. Schließlich erinnern in Düsseldorf noch Heinrich-Heine-Gesamtschule, Heinrich-Heine-Platz und Heinrich-Heine-Allee an den Dichter.
Heine-Preis
Die Landeshauptstadt Düsseldorf vergibt im Zwei-Jahres-Turnus den mit 50.000 EURO dotierten Heine-Preis für Persönlichkeiten, "die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen oder politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten". Bisherige Heine-Preisträger sind Carl Zuckmayer, Pierre Berteaux, Sebastian Haffner, Walter Jens, Carl-Friedrich von Weizsäcker, Günter Kunert, Marion Gräfin Dönhoff, Max Frisch, Richard von Weizsäcker, Wolf Biermann, Wladyslaw Bartoszewski, Hans Magnus Enzensberger, W.G. Sebald, Elfriede Jelinek und Robert Gernhardt.
Heinrich-Heine-Universität
Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf schließlich nennt sich seit 1988 nach dem Dichter. Die in aller Welt als längst überfällig begrüßte Namensgebung war der glückliche Ausgang einer Geschichte, die mit gescheiterten Versuchen in früheren Jahren immer wieder das städtische Bemühen um Heine überschattet hatte - und sie war das schönste Geschenk, das die Hochschule zum Stadtjubiläum 1988 Düsseldorf hatte machen können. Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, mit rund 18.000 Studentinnen und Studenten die größte unter den Hochschulen in der Landeshauptstadt, wurde vom Land Nordrhein-Westfalen 1965 auf der Grundlage einer seit 1923 bestehenden Medizinischen Akademie gegründet. 1989 stiftete das Land die "Heinrich-Heine-Gastprofessur", die bisher von Marcel Reich-Ranicki, Wolf Biermann, Richard von Weizsäcker, Helmut Schmidt, Avi Primor, Antje Vollmer und Siegfried Lenz wahrgenommen wurde. Und 1994 wurde vor der Universitäts- und Landesbibliothek ein Bronzedenkmal des Dichters aufgestellt, Rekonstruktion der 1926 in Hamburg errichteten Statue von Hugo Lederer.
Heine im Internet
Zurzeit erobert der Dichter der Liebe und Revolution das Internet: Unter www.heine-portal.de wird künftig alles von und vieles über Heine zu finden sein: sämtliche Werke und Briefe, Dokumente zu Leben und Werk, wissenschaftliche Erläuterungen und aktuelle Informationen. Das Projekt wurde 2002 gestartet und ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt. Entwickelt wird es vom Düsseldorfer Heine-Institut und der Universität Trier. Im Mittelpunkt steht eine vernetzte, wissenschaftlich kommentierte Gesamtausgabe von Heines Werken und Briefen im Volltext, verknüpft mit digitalisierten Handschriften-, Bild- und Buchbeständen.
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