Richtfest 'Düsseldorf-Arcaden'
Joachim Erwin
Oberbürgermeister
der Landeshauptstadt Düsseldorf
Rede anlässlich des Richtfestes der "Düsseldorf-Arcaden" am 15. April 2008
Sehr geehrter Herr Böning (Vorst.Vors. mfi)
sehr geehrter Herr Dr. Appelt (stv. AR-Vors. mfi),
sehr geehrter Herr Dion (Investorenges. Ivanhoe Cambridge),
verehrte Bauleute,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
fast auf den Tag genau vor einem Jahr (12.04.07) legten wir an dieser Stelle den Grundstein für dieses Projekt und damit für den neuen Mittelpunkt des Stadtteiles Bilk.
Heute ist dessen Vollendung bereits absehbar und mit der Eröffnung werden sich nach Jahren des Stillstandes endlich viele Wünsche der Bilker Bürgerinnen und Bürger erfüllen.
Dieses Projekt setzt neue Maßstäbe: Mit 100 Einzelhandels- und Dienstleistungsangeboten (u.a. Postfiliale), mit Wohnungen und einem Hallenbad entsteht ein attraktives Stadtteilzentrum für Bilk, wobei obendrein auch noch die Grün- und Freiflächen ergänzt und aufgewertet werden.
An diesem Standort finden die Bürgerinnen und Bürger zukünftig nicht nur ein vielseitigeres Einzelhandelsangebot vor, sondern sie profitieren außerdem vom Serviceangebot des neuen Bürgerzentrums, von den Sport- und Erholungsmöglichkeiten des Hallenbades sowie des erweiterten "Flora-Parks".
Die Überplanung und Beseitigung der Brache des ehemaligen Güterbahnhofes stellt dabei nur eine von vielen wichtigen Veränderungen im näheren und weiteren Umfeld dar. Dazu zählt zum Beispiel der Umbau der Lorettostraße, die zuletzt umgestaltet und deutlich aufgewertet wurde. Auch das Großprojekt Wehrhahnlinie ist in diesem Zusammenhang zu betrachten.
Mit ihrer Inbetriebnahme und dem Wegfall der bisherigen Gleisanlagen eröffnen sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für Plätze und Straßenräume.
Meine Damen und Herren,
im Vorfeld zu diesem Projekt gab es manchen Zweifel und verschiedene Bedenken. Wir können heute sehr froh darüber sein, dass es den damaligen "Bedenkenträgern" nicht gelang, notwendige Entscheidungen zum Wohl des Stadtteiles und der Bürgerinnen und Bürger zu verhindern.
Dieses Vorhaben unterstreicht beispielhaft die zukunfts- und zielgerichtete Stadtentwicklung Düsseldorfs. Es belegt in hervorragender Weise, wie wir freigesetzte Flächen - im Dialog mit kreativen Akteuren - für die Stadt zurückgewinnen. Auf diesem Wege erhält ein lebendiges Stadtquartier endlich wichtige fehlende Einrichtungen.
Düsseldorf steht - vollkommen zu Recht - hoch in der Gunst der Menschen die hier leben, arbeiten oder zu vielfältigen Gelegenheiten und Veranstaltungen zu Gast sind.
Die Stadt engagiert sich auf allen Ebenen für ihre Bürger und profitiert im Ergebnis von einer hohen Zuwanderung und von einer beachtlichen Bevölkerungszunahme (+ 15.000 EW seit 1999), die uns zur zweitgrößten Stadt in NRW hat werden lassen.
Wohnen bedeutet für die Gesamtentwicklung Düsseldorfs und für das zukünftige Wachstum ein umfassendes und zentrales Thema. Längst tobt zwischen den Regionen ein Verteilungskampf um Ressourcen und vor allem um die Menschen und deren Gunst in der Wahl des Wohnstandortes. Viele Menschen wissen heute, dass die Kosten für das Leben im Umland nicht nur dauerhaft steigen, sondern auch, dass Kultur, Bildung, hochwertige Dienstleistungen und gehobener Einzelhandel dauerhaft nur in Innenstädten angeboten werden. Es überrascht daher nicht, dass zunehmend auch Familien die attraktiven und vielfältigen Lebensmöglichkeiten lebendiger Städte und Innenstädte wieder schätzen und lieben lernen. Auch für die zweite Lebenshälfte ist und bleibt die Stadt der ideale Platz - dort ist alles vorhanden und unkompliziert erreichbar.
Im September 2007 schaffte die Stadt den Schritt zur Schuldenfreiheit. Nun befindet sie sich in der glücklichen Lage, die dadurch geschaffenen finanziellen Freiräume zum Wohle der Stadt und damit der Bürgerinnen und Bürger nutzen zu können.
Dazu gehört beispielsweise, Familien von Beiträgen für Kindergärten zu entlasten. Alleine diese Maßnahme schlägt mit über 5 Mio. ? zu Buche. Darüber hinaus plant die Stadt bereits weitere Entlastungen im Bereich der Ganztagsschulen.
Letztlich resultiert auch der Neubau dieses Hallenbades hier in Bilk aus der zielgerichteten Nutzung finanzieller Freiräume und dient der Steigerung der Wohn- und Lebensqualität.
Als beispielhaft an diesem Projekt lässt sich zudem die umfassende und frühzeitige Einbindung der Beteiligten in den Planungsprozess bezeichnen. Durch Berücksichtigung vielfältigster Anregungen und Belange und dank einer engagierten Überzeugungsarbeit fanden die Verfahrensbeteiligten die bestmögliche Lösung.
Aber betrachten wir diese Planung auch in einem größeren Rahmen. Sie ist eingebettet in wichtige gesamtstädtische Planungen.
Die Düsseldorf-Arcaden liegen zukünftig am südlichsten U-Bahnhof der Wehrhahnlinie. Wenn sie in wenigen Jahren (2014) fertig sein wird, bringt das verbesserte ÖPNV Angebot mehr Menschen an diesen wichtigen Umsteige- und Verknüpfungspunkt. Viele dieser Fahrgäste werden die Möglichkeit nutzen, um ihre täglichen Einkäufe und Besorgungen zu erledigen. Das Serviceangebot des Stadtteilzentrums und seiner Einrichtungen wird diesem zentralen Bereich zu vielen neuen Impulsen und Chancen verhelfen.
Das Vorhaben, das hier nun im Rohbau steht, halte ich daher in vieler Hinsicht für außerordentlich. Der Stadtteil Bilk erhält ein bisher vorenthaltenes Areal zurück, damit sich dort vielfältiges, urbanes Leben entwickelt.
Das Votum für die Düsseldorf Arcaden hier in Bilk halte ich für eine der wichtigsten Entscheidungen, die in Düsseldorf in den vergangenen Jahren heranreiften.
Ich beglückwünsche die mfi-Immobilien-AG und ihr Team und nicht zuletzt die beteiligten Architekten und Planer zu ihrer hervorragenden Arbeit und zu ihrem Engagement. Mögen sich ihre hohen Erwartungen an dieses Vorhaben vollständig erfüllen.
Allen am Bau Beteiligten wünsche ich eine auch weiterhin zügige und vor allem unfallfreie Bauzeit!

