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Kanalbauer graben sich durch den Untergrund der Altstadt

100 Jahre altes Kanalnetz wird saniert/Kleinbaustellen prägen das Bild/Zwölf Millionen Euro werden investiert

Für die dringend notwendige Sanierung der Altstadtkanäle graben sich die Kanalbauer derzeit an mehreren Stellen durch die Altstadt. Äußerliches Kennzeichen dieser Baustellen sind die von stabilen Holzwänden umgebenen Schächte. Sie reichen mehrere Meter tief, von dort werden jeweils Stollen vorangetrieben.

Schacht zu einer Stollenbaustelle an der Flinger Straße
Schacht zu einer Stollenbaustelle an der Flinger Straße.

Dazu Dr. Claus-Henning Rolfs, Leiter des Stadtentwässerungsbetriebes: "Mit dieser Bauweise schonen wir die Oberfläche und bemühen uns, die Beeinträchtigungen für den Altstadtbetrieb und das Leben auf den Straßen und Gassen auf ein unumgängliches Mindestmaß zu reduzieren." Hintergrund für die Arbeiten ist die Sanierung des zum Teil mehr als 100 Jahre alten Altstadt-Kanalnetzes, das an vielen Stellen Beschädigungen aufweist. Die Kosten belaufen sich auf etwa zwölf Millionen Euro.

Arbeiten im Plan

Bisher verläuft die Sanierung der Altstadtkanäle nach Plan, so Dr. Rolfs. Gearbeitet wird derzeit an acht Stellen, wobei die meisten Baugruben bis weit in das Jahr 2009 bestehen bleiben. Bei dem für die überwiegenden Bereiche gewählten Stollenvortrieb wird in der bergmännischen Bauwiese fast unbemerkt unterirdisch gearbeitet. Die Arbeiten an den verschiedenen Bereichen sind zum Teil schon weit vorangekommen. So weist der Stollen (Abmessung: 1,60 x 1,20 Meter) in der Bolkerstraße bereits eine Länge von 50 Metern auf, vom Marktplatz aus haben sich die Kanalbauer bereits 15 Meter vorangearbeitet. In der Mutter-Ey-Straße wurden in offener Bauweise bis jetzt 30 Meter Rohre verlegt.

Stollenbaustelle an der Hunsrückenstraße
Einblick in den Schacht der Stollenbaustelle an Hunsrückenstraße.

Bei den neuen Kanälen handelt es sich in der Bolkerstraße, Mertensgasse und Rheinstraße um so genannte Steinzeugrohre mit Durchmessern zwischen 30 und 50 Zentimetern. In den übrigen Straßen werden Ei-Profile aus Stahlbeton verlegt, die 0,80 x 1,20 Meter messen.

Straße muss nicht komplett aufgerissen werden

Verlegung des neuen Kanals in der Stollenbaustelle an der Hunsrückenstraße
Für den Kanalbau sind zahlreiche vorbereitende Arbeiten erforderlich.

Vorteil der Stollenbauweise ist, dass nicht die ganze Straße aufgerissen werden muss. In einzelnen Altstadt-Bereichen ist es allerdings nur möglich offen zu bauen, da die Bodenverhältnisse keinen Stollenbau zulassen, so in der Mutter-Ey-Straße und der Hafenstraße. Die Arbeiten in der Altstadt verlangen ein großes Maß an Rücksichtnahme. So wird in der Bolkerstraße wegen des Terrassenbetriebes nur zwischen 6 und 11 Uhr gearbeitet. Im Kreuzungsbereich zwischen Mertensgase und Bolkerstraße wird die Baugrube morgens geöffnet und mittags mit großen Stahlplatten abgedeckt. Eingeschränkt werden die Arbeiten zudem bei besonderen Anlässen, wie Weihnachtsmarkt oder Schützenfest in Absprache mit den Organisatoren. Gearbeitet wird insgesamt bis 2011, allerdings nicht überall gleichzeitig.

Im Bereich der Kreuzung Hunsrücken-/Ecke Flingerstraße sind zwei Stollenschächte mittels Spritzbetonverfahren hergestellt worden. Von dort aus werden gleichzeitig in zwei Richtungen Stollen in der Hunsrücken- und der Flingerstraße aufgefahren, wie es die Fachleute nennen. Als vorbereitende Arbeiten für den Kanalbau müssen an vielen Stellen neue Gas-, Wasser- und Stromleitungen verlegt werden.

Kanalsanierungsplan Altstadt
Übersicht über die Sanierungsgebiete.

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E-Mail: kanal.altstadt@stadt.duesseldorf.de

(26. September 2008)

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