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Kunstpreis 2008 für Rosemarie Trockel

Jury: Orientierungspol für jüngere Generationen/Preis ist mit 55.000 Euro dotiert

Der Kunstpreis 2008 der Landeshauptstadt Düsseldorf geht an Rosemarie Trockel. Sie erhält den mit 55.000 Euro dotierten Kunstpreis, der 2006 anlässlich der 1. Düsseldorfer Quadriennale erstmals verliehen wurde und damit gleich von Anbeginn zu den herausragenden Auszeichnungen im Bereich der Bildenden Kunst zählte. Erster Preisträger war der US-amerikanische Künstler Bruce Nauman. Im vergangenen Jahr wurde die in Amsterdam lebende Künstlerin Marlene Dumas mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt ausgezeichnet.

Rosemarie Trockel
Rosemarie Trockel
Foto: Curtis Anderson; Courtesy Monika Sprüth/ Philomene Magers, Berlin/London

Die Entscheidung für Rosemarie Trockel fiel am Freitag (15. August) im Düsseldorfer Rathaus. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe erreichte die Preisträgerin über ihre Galerie und überbrachte die Nachricht. Trockel erklärte, den Preis mit Freude annehmen zu wollen.

In der Begründung der Jury für die Preisverleihung an Rosemarie Trockel heißt es: "Die Jury hob die Vielseitigkeit und radikale Experimentierfreude hervor, die das Werk von Rosemarie Trockel auszeichnet. Ihre Arbeit, die sich in keine Kategorie einordnen lässt, wurde als richtungsweisend und als Orientierungspol für jüngere Generationen bezeichnet: dem spielerischen Oszillieren zwischen den Medien Zeichnung, Skulptur, Video entspricht das freie Vagabundieren der künstlerischen Bedeutungen, angeregt durch ihre Beschäftigung mit Anthropologie, Soziologie und Mathematik. Der Preis gilt einer auch politisch engagierten Künstlerin, die bereits früh internationale Anerkennung erfahren hat, was sich durch eine große Anzahl von Ausstellungen in wichtigen Kunstinstitutionen weltweit manifestiert."

Der Jury gehörten an: Stadtdirektor Helmut Rattenhuber (Vorsitzender), Kulturausschuss-Vorsitzender Friedrich G. Conzen, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff sowie Dr. Stephan Berg (Direktor Kunstmuseum Bonn), Katharina Grosse (Künstlerin), Dr. Amine Haase (Journalistin, Köln), Prof. Dr. Markus Lüpertz (Rektor Kunstakademie), Dr. Pia Müller-Tamm (Direktorin der Kunstsammlung NRW, K20), Paula van den Bosch (Bonnefantenmuseum Maastricht) und Beat Wismer (Generaldirektor der Stiftung museum kunst palast).

Rosemarie Trockel - Kurzvita

Rosemarie Trockel wurde am 13. November 1952 im westfälischen Schwerte geboren. Von 1974 bis 1978 studierte sie Malerei an der Werkkunstschule in Köln. Seit Ende der 70er-Jahre hat sich Trockel auf vielen Feldern der Kunst betätigt. Dazu gehörten Zeichnung, Skulptur, Installation, Fotografie, Druck und parallel dazu seit Ende der 80er-Jahre Videoarbeiten.

Die als Vertreterin der konzeptualistischen Kunst bezeichnete Künstlerin machte sich in der internationalen Kunstszene gerade auf Grund von Grenzüberschreitungen in Themen und Gattungen einen Namen. Trockels Werk, das sich einer Kategorisierung entzieht und mit einem einzigen Blick nicht fassen lässt, wurde bereits 1998 in einer großen Retrospektive in der Kunsthalle Hamburg gezeigt, anschließend kam die umfassende Werkschau nach London, Marseille und Stuttgart (1999). Im Jahr 2000 dann wurde Trockel erstmalig mit einer Zeichnungsretrospektive im Centre Pompidou in Paris und mit weiteren Stationen in New York und Tilburg gewürdigt. Auch das Kölner Museum Ludwig präsentierte 2005/06 unter dem Titel "Menopause" eine umfassende Überblicksschau der Künstlerin mit Arbeiten von 1980 bis heute.

Rosemarie Trockel lehrt seit 1997 als Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit vielen Jahren belegt sie im "Kunstkompass", einer Liste der 100 bedeutendsten Künstler der Gegenwart, beständig den vierten Platz - nach Sigmar Polke, Gerhard Richter und Bruce Naumann, Düsseldorfs erstem Preisträger.(Biographische Angaben aus Munzinger-Archiv).

(15. August 2008)


Stichwort: Kunstpreis

Als Kunstmetropole besitzt Düsseldorf einen historisch gewachsenen, international anerkannten Ruf. Neben den Museen trägt bis heute die Düsseldorfer Kunstakademie mit den aus ihr hervor gegangenen international bedeutenden Künstlern zu diesem Ansehen bei. Um Düsseldorf noch stärker als Stadt der Bildenden Kunst zu positionieren, stiftete die Landeshauptstadt einen neuen Kunstpreis, der 2006 erstmals anlässlich der Quadriennale verliehen wurde und der nun jährlich vergeben wird. Der Preis ist mit 55.000 Euro hoch dotiert. Er soll an herausragende Künstlerpersönlichkeiten verliehen werden, deren Werk richtungsweisend für die Entwicklung der Gegenwartskunst ist.


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1. Dez. 2008 | 23:47 Uhr

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